Gedenken und Freude im Ostergottesdienst

Apostel Rolf Wosnitzka besuchte am Ostersonntag die Gemeinde Nordhausen. Der Apostel wurde aufgrund einer Nachrichtensendung im Radio an die grausame Bombardierung und Zerstörung Nordhausens vor genau 70 Jahren erinnert. Eingeladen waren die Gemeinden Sondershausen, Bad Frankenhausen und Bleicherode.

Als Grundlage für den Gottesdienst las der Apostel das Bibelwort Apostelgeschichte 4, 33 vor:

Mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus.“

Es folgte die Bibellesung zum Ostersonntag: 1. Korinther 15, die Verse 3-8 und 20-28.

Am 4. und 5. April 1945 wurde Nordhausen fast völlig zerstört. Etwa 9.000 Menschen verloren damals ihr Leben. Dieses unbeschreiblich schreckliche Ereignis in der Geschichte der Stadt nahm der Apostel zum Anlass für ein besonderes Gebet und einen gesonderten Musikbeitrag im Gedenken an die Verstorbenen und Hinterbliebenen.

Das Osterfest ist aber im Besonderen ein Gedenktag an die Auferstehung Jesu Christi, nachdem er am Kreuz für uns gestorben ist. „Wir haben einen wunderbaren Schatz, der auf dem Auferstehungsgeschehen beruht,“ sagte der Apostel den etwa 300 Gottesdienstteilnehmern. „Unsere Aufgabe ist es, das in der Welt mit Begeisterung zu bekennen!“

Die Auferstehung Jesu Christi ist Grundlage unseres Glaubens.

  • Der Allgewaltige Herr ist für dich da! Komm, wie du bist!
  • Der Tod ist nicht das Ende. Es gibt Errettung durch Jesus und die ewige Gemeinschaft mit Gott.
  • Wir dürfen als Unvollkommene immer wieder zu ihm kommen.

Verkündige ich mit Freude und Begeisterung, dass Jesus lebt, dass Jesus mein Freund ist, dass er für mich ans Kreuz gegangen und auferstanden ist? Ist es eine Sünde, nicht in den Gottesdienst zu gehen? Wenn Begeisterung für Jesus vorhanden ist, stellen sich diese Fragen nicht!

In seinem Mitdienen fügte Bischof Ralph Wittich hinzu: „Aus den verängstigten Jüngern wurde damals eine Schar mutiger Bekenner. Ursache war die Auferstehung des Herrn. Wenn ich dem Tod ins Auge blicken muß, weiß ich, Christus wartet auf mich!“

Apostel Wosnitzka berichtete, dass er auf einen unverständlichen Begriff aus der Bibellesung angesprochen wurde, den Apostel Paulus schrieb. „Unzeitige Geburt“, was soll das bedeuten? Eigentlich bedeutet es Fehlgeburt.

Apostel Paulus wollte damit seine Unvollkommenheit und Fehlerhaftigkeit ausdrücken. Er empfand sich, wenn wir es in unsere Zeit übertragen, als Fehlbesetzung. Als Beispiele dafür, dass Gott sich unvollkommene Menschen sucht, um seinen Auftrag auszuführen, gelten unter anderem Mose, der das Volk Israel nicht bis ins gelobte Land führen durfte, Jakob, der mit List den Bruder aus dem Rennen warf oder die Frau am Jakobsbrunnen, die von Jesus anders behandelt wurde, als es der Brauch war.

Es ist ein Wunder, dass Jesus auferstanden ist. Es ist aber auch ein Wunder, dass Gott sich uns zuwendet. Wenn wir auch meinen, unvollkommen und fehlerhaft zu sein, gibt uns Gott dennoch Gnade, immer und immer wieder. Das ist das Osterfest, das ist das Wunder!

Zur großen Freude wurde der kleine Samuel Dietrich von seinen Eltern zum Altar gebracht, um das Sakrament der Heiligen Versieglung aus dem Apostelamt zu empfangen.

Text: AN
Fotos A.N. ; P.N.